31.10.05

Wissen ist und macht geil

Blättere seit kurzem immer mal wieder in Stephen Bayley's "General Knowledge". Ich habe das Buch (eine Zusammenstellung verschiedener Artikel aus mehreren Jahren) oder eigentlich besser gesagt Bayley selbst und seine Sichtweisen noch nicht ganz verstanden, vieles erschliesst sich mir sehr langsam. Sobald ich aber verstehe, was er meint, ist es wirklich großartig. Sowas wie:

"You have opinions and then you have something a little bit superior: an 'informed' opinion. People say that opinions are ten-a-penny, even free, but while they may have a value that is hard to define, they are not worthless. In fact, opinions are the hard currency of conversation, the means of exchange among the chattering classes. To have opinions is one of the great privileges of the modern world: there is no such thing as a medieval opinion. There was medieval philosophy, rhetoric and theology, of course, but their content and scope was rigidly defined. The modern mind with its huge range of reference and its hair-trigger readiness to form opinions emerged from the chaotic confusion of the nineteenth century."

und dann auch sowas: " Why, I wanted to know, did the people who gave us the chilling Vorsprung durch Technik and Arbeit macht frei also give us the 'All White' Golf GTi convertible?"

In dem Absatz geht es um die Frage, warum um Weihnachten rum die Autohersteller weiße Fahrzeugsondereditionen auf den Markt bringen. Sehr interessant und lustig.

Ich bin momentan in einer ganz heftigen Lesephase, ich hab mehrere Bücher am Laufen gerade, je nach Stimmung lese ich hier und dort. Man kann dabei zwar durcheinander kommen, aber das macht nichts. Ist wie ein Live-Mix vom DJ.
Momentan liegt Catcher in the Rye (nie gelesen, wurde mal Zeit), General Knowledge, Stolz der Toten von Kenzaburo Oe, Robert Musil auf dem Plattenteller.

Davor habe ich von Dan Brown "Meteor" gelesen. Ich bin ja nicht so ein Literaturfascho. Ich sehe mir schließlich auch mal nen Hollywood-Blockbuster auf Pro7 an. Man kann ja nicht immer nachdenken, da wird man ja blöd und asozial von.

Ich habe ja z.B. den Zauberberg vor ein paar Jahren endlich mal richtig gelesen, hat gedauert, klar, aber war dann am Ende ein wirklich gutes Gefühl. War gar nicht schlimm, im Gegenteil. Ich musste nur mein anfängliches Trauma (wenn man als Jugendlicher den Zauberberg angefangen hat und daran verzweifelt ist) überwinden, dann hat es geflutscht. Es gibt aber auch einige Bücher, die ich wohl nie zuende bringen werde. Ulysses ist eins davon. Wirklich nicht lesbar. Ich habe nach 50 Seiten solche Kopfschmerzen bekommen, dass ich das Buch zur Seite gelegt habe und eine Woche lang gar nichts mehr lesen konnte.
Ich behaupte mal ganz frech, jeder, der sich Ulysses freiwillig reinquält will bloß die Weiber beeindrucken. Mag sein, dass das auch bei einigen wirklich ein tropisches Klima zwischen den Beinen verursacht. Aber das ist es mir nicht wert. Ich finde ja prinzipiell belesene und gebildete Frauen sexy, aber wenn sie mich als Loser abstempelt, weil ich Ulysses nicht geschafft habe, soll sie bitte abhauen. Ich such mir dann eine Einzelhandelskauffrau-Azubine, die schon harte Nippel kriegt, wenn ich ihr erzähle, dass ich überhaupt lieber lese als DVDs kucke.



P.S.: ich finde die Rechtschreibreform doof, aber das Wort "gucken" hätten die echt mal abschaffen sollen. Sagt doch kein Mensch.

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